T. C. Boyles vermarktet momentan in den USA die Taschenbuchausgabe seines Romans „Wenn das Schlachten vorbei ist“. Dementsprechend äußert er sich zu den aktuellen Themen der Verlagswelt und das wie gewohnt sehr offen. Boyle gilt als Pionier, was die Integration von Blogs und der direkten Kommunikation zu den Lesern betrifft:
Mich hat das damals vor allem deshalb gereizt, weil mir Website und Blogs ganz neue Möglichkeiten gaben, mit meinen Lesern zu kommunizieren.
Insofern ist er das, was sich Verlage unter einem fortschrittlichen Autor vorstellen und dürfte als Blaupause für die Diskussion um eben diesen Autor gelten, die momentan allerseits geführt wird. Wobei sich meisten Autoren wiederum, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, genau diese Kommunikationsleistung von VERLAGEN wünschen.
Und auch T. C. Boyle führt an, das er sich eben nicht als Community-Manager, sondern immer noch als Autor versteht und dieser brauche vor alle eins: Ruhe und nicht einen permanenten Informationsüberfluss.
Dieses ständige Bloggen, Tweeten und Posten hat sich zum genauen Gegenteil dessen ausgewachsen, was man von uns Schriftstellern eigentlich erwartet: Dass wir uns Zeit zum Nachdenken nehmen, Zeit, in der wir nicht unterbrochen werden von all diesen Kommunikationsspielzeugen, die unser Leben bestimmen und kontrollieren.
Die Frage ist doch die: Wozu sollten Autoren denn überhaupt noch zu Verlagen gehen, wenn sie das Marketing komplett selbst verantworten sollen? Oder sollten sie gleich neben der Veröffentlichung Dienstleister beschäftigen, die ihr “Produkt” optimal vermarkten? Und wie sollen diese Dienstleister aussehen?
Es gibt da ja diese anderen Spezialisten, die sich um Literaturvermittlung bemühen: Die Buchhandlungen. Aber die reinen Buchhandlungen sterben (Amazon sei dank) langsam aus. Und zu Recht fragt Boyle, wie denn die neue Buchhandlung aussehen soll.
In Berlin dürfte man auf diese Frage eventuell bald eine Antwort bekommen: Es wird getuschelt, dass ocelot das nächste heiße Ding des Buchhandels wird. Die Webseite versprich schon mal den Slogan “not just another bookstore” Wir dürfen gespannt sein.


Zumall die gesetzten Links auf Pinterest wertvoller als YouTube und LinkedIn sind. Die Firma selbst hat Bücher netterweise gleich mit eingeplant: ”Books Worth Reading” heißt die Pinnwand, auf der man die Lieblingsbücher teilt. Also liebe Verlage, auf, auf. Damit bei mir bald noch mehr Bücher stehen.